20
Sep
2014
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Bergkristall und Chalcedon

Der Steineknacker oder die inneren Werte von Steinen

Wie faszinierend Steine sein können haben Jan und ich heute auf den Edelsteintagen in Offenbach erlebt. Auf dieser Ausstellung wurden die schönsten Edelsteine, Mineralien, Fossilien und Heilsteine ausgestellt und am liebsten hätte ich sie alle gekauft. Leider waren die meisten Stücke nicht nur wunderschön, sondern auch ziemlich teuer. Eine besondere Überraschung haben wir uns aber dennoch gegönnt…

Schon als Kind hatte ich eine Steinesammlung mit vielen verschiedenen Steinen und Mineralien, die ich immer wieder mit großen Augen bestaunte (vor allem den Pyrit, der aussah wie echtes Gold). Und auch heute noch bin ich mehr denn je begeistert von der Schönheit und der unglaublichen Vielfalt an Steinen und Mineralien, die in der Natur vorkommen. Die meisten Steine sind so alt und so geheimnisvoll, dass sie wahrscheinlich die spannendsten Geschichten erzählen könnten. Sie sind so “tot” und kalt, aber gleichzeitig so lebendig und voller Energie, die sie ausstrahlen und an die Umgebung abgeben. (Edel-) Steine und Mineralien können so unendlich kostbar und wertvoll sein. Warum schafft die Natur solche Schätze - und vor allem wie? Über das “wie” habe ich im Studium schon einiges gelernt, aber irgendwie war mir die Entstehung von Mineralien und Gesteinen immer zu abstrakt und wenig “greifbar”.

Was ich allerdings sehr interessant finde und mir auch vorstellen kann ist, dass Mineralien und Gesteine, wie alle Dinge auf der Welt, aus Atomen und Molekülen bestehen. Die innere Anordnung dieser Teilchen bestimmt, welche äußere Form der Stein hat. So weit so gut… Aufgrund der festen Struktur der Mineralien bilden die Teilchen fast immer regelmäßige dreidimensionale Strukturen, die so genannten “Kristallgitter”.

Der Stein wird geöffnet

Der Steineknacker

Jetzt kommt der interessanteste Teil: die Natur bedient sich fast ausschließlich aus sieben geometrischen Formen: Quadrat, Sechseck, Dreieck, Rechteck, Raute, Parallelogramm und Trapez. Alle Mineralien können also einer dieser Formen zugeordnet werden – in der Mineralogie werden diese Einteilungen übrigens “Kristallsysteme” genannt: Kubisches Kristallsystem, Hexagonales Kristallsystem, Trigonales Kristallsystem usw. Es gibt auch amorphe Mineralien, die keine durchgehende innere Struktur besitzen. Die Kristallsysteme sind übrigens von besonderer Bedeutung für die Wirkung von Heilsteinen.

Das Geheimnis der Steine

Aber zurück zur Edelstein-Ausstellung: an einem Stand gab es ganz “normale” und unscheinbare Steine in verschiedenen Größen, an denen jeder normale Mensch vorbeigegangen wäre, da sie halt aussahen wie Steine. Wir erfuhren, dass diese Steine aus der Sahara und aus Mexiko stammten und dass sich garantiert Kristalle darin befänden, was man jedoch erst sehen würde, wenn der Standbesitzer sie mithilfe einer “Steinknackmaschine” öffnen würde. WOW! Quasi ein Überraschungsei in Steinform! Das muss man sich mal vorstellen: ein Stein, der ein paar Tausend Jahre alt ist und dessen Inneres noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat! Der Standbesitzer meinte, dass er selbst manchmal davon überrascht sei, was sich in den Steinen befindet. Ich weiß nicht genau, ob man das glauben kann, aber wir mussten es auf jeden Fall ausprobieren. So suchten wir uns einen Stein für 16 Euro aus und ließen ihn aufknacken…

Bergkristall Druse

Bergkristall Druse

In unserem Stein waren wunderschöne weiße Bergkristalle. Die Steine sind übrigens Drusen – Steine, die innen hohl sind und in deren Innenraum sich Mineralien gebildet haben. Da das Ganze so spannend war, haben wir uns noch einen zweiten Stein ausgesucht… diesmal befand sich weißer Chalcedon im Inneren des Steins. Wir sind wirklich begeistert von den inneren Werten der Steine. Oder wie wir schon von Disney (Aladdin) gelernt haben: “Do not be fooled by its commonplace appearance. Like so many things, it is not what’s outside, but what is inside that counts.” 

Bergkristall Detail

Bergkristall Detail

 

Chalcedon Druse

Chalcedon Druse

 

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